📞 0351 / 6557640 ✉️ sekretariat@gmscc.lernsax.de
🕐 Schulzeiten 📸 Instagram
Campus Cordis Logo
Gemeinschaftsschule Campus Cordis Dresden · Staatlich anerkannte Ersatzschule
Stauffenbergallee 8 · 01099 Dresden
0351 / 6557640  |  sekretariat@gmscc.lernsax.de

📚 Unser Schulkonzept

Pädagogik, Lernstruktur und Grundhaltung am Campus Cordis.

WillkommenSchullebenSchulkonzept

Pädagogisches Konzept

Warum wir so arbeiten und wie. Wissenschaftlich fundiert, neurobiologisch begründet, herzensnah.

Strukturierte Begleitung ist der Weg zur Selbstregulation. – Leitgedanke des Campus Cordis
Leitbild

Unser Ausgangspunkt

Unsere pädagogische Arbeit basiert auf einer gemeinsamen Haltung: … weil Bildung Herzenssache ist. Unser schulisches Handeln zielt darauf ab, Leistungsorientierung und Persönlichkeitsentwicklung konsequent miteinander zu verbinden. Leistung verstehen wir nicht ausschließlich als Ergebnis, sondern als die Fähigkeit von Schülerinnen und Schülern, Lernprozesse bewusst zu planen, durchzuführen, zu reflektieren und anzupassen.

Wer sitzt da eigentlich vor mir?– Unsere zentrale didaktische Leitfrage

Schülerinnen und Schüler bringen unterschiedliche Voraussetzungen mit: Vorwissen, Strategien, Motivation, Selbstbilder und unterschiedliche Konzentrationsfähigkeit. Wir planen nicht nur Inhalte, sondern Lernprozesse.


Ziele

Was wir für Ihre Kinder wollen

🌱 Resiliente Persönlichkeiten

Kinder, die Rückschläge verarbeiten und gestärkt aus ihnen hervorgehen.

🧭 Selbstbestimmte Gestalterinnen und Gestalter

Junge Menschen, die ihr Leben aktiv und eigenverantwortlich in die Hand nehmen.

🔥 Eigenmotivierte Lernende

Schülerinnen und Schüler, die aus eigenem Antrieb lernen, nicht aus Angst.

🤝 Mündige gesellschaftliche Teilnehmende

Schule ist mehr als Faktenvermittlung. Sie ist Vorbereitung auf ein eigenständiges Leben.


Fundament

Wissenschaftliche Grundlagen

Grundlage der pädagogischen Arbeit an unserer Schule ist das evaluierte und evidenzbasierte Mehr-Ebenen-Programm Konflikt-KULTUR© (Grüner, Hilt & Tilp), das von der Grünen Liste Prävention empfohlen wird. Konflikt-KULTUR vertritt die Prinzipien des autoritativen Erziehungsstils, ist bedürfnis- und bindungsorientiert, bietet positive Rollenmodelle und fördert Selbstregulation, Empathie und Problemlösefähigkeiten.

🔬 Neurobiologie

Neuronale Netzwerke verstehen, Sicherheit als Lernvoraussetzung

🧠 Psychologie

Grundbedürfnisse stillen (nach Grawe): Sicherheit, Zuwendung, Autonomie, Spaß, Anerkennung

📚 Pädagogik

Selbstregulation und Classroom Management gezielt und einheitlich anwenden


Selbstregulation

Was die Wissenschaft sagt

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina beschreibt Selbstregulation als zentrale Voraussetzung für nachhaltigen schulischen Lernerfolg, berufliche Handlungsfähigkeit und gesellschaftliche Teilhabe. Selbstständigkeit entsteht nicht durch Freilassen, sondern durch strukturierte Begleitung und schrittweise Übergabe von Verantwortung.

Was braucht Selbstregulation?

Anleitung

Lernprozesse werden explizit gemacht und sichtbar.

Übung

Regelmäßige Gelegenheiten zum Erproben von Strategien.

Rückmeldung

Feedback auf Strategien, nicht nur auf Ergebnisse.

Verlässliche Struktur

Ein klarer Rahmen schafft Sicherheit und damit Lernfähigkeit.

Lernen ist ein aktiver Prozess

Damit Wissen dauerhaft gespeichert wird, müssen Schülerinnen und Schüler Informationen aktiv verarbeiten:

1
Auswählen
Was ist wichtig?
2
Strukturieren
Wie gehört das zusammen?
3
Verknüpfen
Was weiß ich schon?
4
Anwenden
Erklären & übertragen
Grundhaltung

Positive Autorität als Basis

Kinder brauchen Orientierung, Beziehung und klare Führung. Unser Classroom Management orientiert sich verbindlich am Ansatz von Konflikt-KULTUR©. Führung ist zugewandt, transparent, konsequent und berechenbar. Verhalten wird als Lernsignal verstanden und nicht als Störung oder Provokation. Konsequenzen dienen der Orientierung und Verantwortungsübernahme, nicht der Bestrafung.


Grundbedürfnisse

Alle Kinder satt nach Hause schicken

Jeder Mensch hat Grundbedürfnisse (nach Grawe) – nach Sicherheit, Zuwendung, Autonomie, Spaß und Anerkennung. Doch die einzelnen Bedürfnisse sind bei jedem Menschen unterschiedlich groß: Bei dem einen ist z. B. das Bedürfnis nach Sicherheit besonders stark ausgeprägt, bei anderen das nach Selbstbestimmung.

Wie häufig verlassen Kinder nachmittags die Schule, ohne dass ihre Grundbedürfnisse bedacht wurden? Wie häufig beschäftigen sich Lehrkräfte im Unterricht mit den 2–3 Schülerinnen und Schülern, mit denen es nicht läuft, während die anderen 25 weder Zuspruch noch Anerkennung oder Zuwendung erhalten?

Unser Fokus liegt genau auf dem Gegenteil: Wer es richtig und gut macht, bekommt dafür Anerkennung und Zuwendung. Wer es noch nicht richtig macht, braucht Unterstützung und Hilfe, ohne für das Fehlverhalten Zuwendung zu erhalten.

Sicherheit & Vertrauen
„Das gibt mir Halt!" – Schutz, Orientierung, Regeln
❤️
Liebe & Zugehörigkeit
„Ich bin nicht allein!" – Beziehung, Gemeinschaft
🕊️
Freiheit & Autonomie
„Das bestimme ich!" – Partizipation, Selbstwirksamkeit
Spaß & Stimulation
„Voll geil!" – Lernen, Spiel, Entspannung
🏆
Anerkennung & Selbstwert
„Das kann ich!" – Leistung, Erfolg, Status
Bedürfnisorientierung ist keine Kuschelpädagogik. Sie ist ein neurobiologisches Werkzeug für wirksame Bildung. Jede Maßnahme unseres Classroom Managements bedient mindestens eines dieser Grundbedürfnisse.

Elemente

Konkrete Maßnahmen an unserer Schule

🤝 Begrüßung mit Handschlag

Täglich vor der ersten Stunde begrüßen wir uns mit Handschlag vor dem Klassenraum. Das schüttet Oxytocin aus, bedient das Bedürfnis nach Zugehörigkeit, baut Cortisol ab und schafft Vertrauen, noch bevor der Unterricht überhaupt beginnt.

🔔 Insel der Stille

Kurzes Innehalten in jeder Stunde, begleitet durch einen Glockenschlag. Das baut Cortisol ab, holt das Gehirn aus dem Flucht-/Kampf-Modus und schafft Vorhersehbarkeit. Damit wird das Bedürfnis nach Sicherheit bedient.

⭐ Anerkennungssystem (5 Trainingsgeräte)

Jede Klasse verfügt über fünf „Fitnessgeräte", die Verhalten und Leistung anerkennen. Die Jahrgangsstufe wählt selbst 2–3 Elemente pro Bereich und ein klassenindividuelles Trainingsgerät. Das System verbindet Regeln, Anerkennung und Feedback. So wird Dopamin ausgeschüttet und der innere Antrieb gestärkt.

Die Feedbackliste begleitet die Individuelle Lernzeit (ILZ): Lehrkräfte geben gezielt Anerkennung für regelkonformes Verhalten und setzen klare Grenzen bei Verstößen, ohne reaktive Zuwendung für Fehlverhalten.

🎮 Wöchentliche Spielestunde

In Fächern mit mehr als drei Unterrichtsstunden pro Woche findet eine Spielstunde statt, optional mit fachlichem Bezug. Damit fördern wir Kommunikation, Kooperation, Frustrationstoleranz und soziales Lernen. Das Bedürfnis nach Spaß und Stimulation wird bedient.

👋 Verabschiedung

Die Klassen 5–8 verabschieden sich im Abschlusskreis, die Klassen 9–10 mit Handschlag. Ein positiver Tagesabschluss sorgt dafür, dass Oxytocin steigt und das Gelernte sich besser verankert.


Neurobiologie

Warum jede Maßnahme wirkt

MaßnahmeGehirn-ChemieBedürfnisKonkrete Wirkung
Handschlag bei BegrüßungOxytocin steigtZugehörigkeitVertrauen, Bindung, Cortisol sinkt
Insel der Stille (Glocke)Cortisol sinktSicherheitGehirn aus Flucht-/Kampf-Modus holen
AnerkennungssystemDopamin steigtSelbstwertInnerer Antrieb und Motivation wachsen
Klare Regeln und KonsequenzenVorhersehbarkeitSicherheitStressfreiheit durch Orientierung
AbschlussverabschiedungOxytocin steigtZugehörigkeitPositiver Abschluss, Lernen bleibt
Definition

Was ist Selbstreguliertes Lernen (SRL)?

Selbstreguliertes Lernen beschreibt die Fähigkeit von Schülerinnen und Schülern, ihr Lernen aktiv zu planen, zu steuern, zu überprüfen und anzupassen. Es geht nicht darum, dass Schülerinnen und Schüler „alleine klarkommen", sondern darum, dass sie lernen, Verantwortung für ihren Lernprozess zu übernehmen.

Grundsatz: Ohne Zeit, Anleitung und Gespräch findet keine Selbstregulation statt.

Drei Phasen

Der Kreislauf des Selbstregulierten Lernens

Phase 1: Planung – „Bereite dich vor!"

Schülerinnen und Schüler

Ziele setzen · Vorgehen planen · Ressourcen einschätzen · Ablenkungen reduzieren

Lehrerinnen und Lehrer

Fragen stellen · Strukturieren · Zielformulierung anleiten

Phase 2: Durchführung – „Lege los und halte durch!"

Schülerinnen und Schüler

Strategien anwenden · IST-SOLL-Vergleich · Aufmerksamkeit steuern · Frustration aushalten

Lehrerinnen und Lehrer

Feedbackliste nutzen · Fachcoachinggespräch führen · Strategien benennen

Phase 3: Reflexion – „Was habe ich gelernt?"

Schülerinnen und Schüler

Ergebnisse prüfen · Strategien bewerten · Schlüsse ziehen · Fehler als Lernchance sehen

Lehrerinnen und Lehrer

Reflexionsfragen stellen · Abgleich Ziel ↔ Ergebnis · Anpassungen besprechen

Reflexion dient der Weiterentwicklung, nicht der Rechtfertigung.

Vier Schritte

Vom Vor-Denken zum Selbst-Lenken

1
Ermöglichung
Positive Lernumgebung, Vertrauen, Klassenklima
2
Planung
Realistische Ziele setzen, Lernumfeld vorbereiten
3
Instruktion
Lerntechniken demonstrieren, Modellieren
4
Übertragung
Schrittweise Eigenverantwortung

Klassenstufen

Differenzierung nach Klassenstufen

Klasse 5 – Aufbauphase

Engmaschige Begleitung der Wochenplanung und -reflexion im Lerntagebuch durch die Klassenleitung. Hohe Struktur, klare Führung, häufiges Modellieren. Das Feedback fokussiert Lernprozesse und Strategien. Die Lernenden setzen sich SMARTe Ziele. Das Coaching umfasst sieben Gespräche pro Jahr, davon zwei Lernentwicklungsgespräche mit Anwesenheit der Sorgeberechtigten.

Klassen 6–10 – Stabilisierung und Vertiefung

Die Wochenplanung und -reflexion im Lerntagebuch bleiben verbindlich. Die Fremdsteuerung wird gelockert, wenn Lernende über genug Selbstregulation verfügen. Selbstregulation bleibt bis Klasse 10 Thema und Auftrag. Das Coaching umfasst sieben Gespräche pro Jahr, davon zwei Lernentwicklungsgespräche mit Anwesenheit der Sorgeberechtigten.


Lerntagebuch

Das Lerntagebuch – Denken über eigenes Denken

In einer ILZ-Stunde pro Woche führen die Schülerinnen und Schüler ihre Wochenplanung und -reflexion im Lerntagebuch durch. Das Lerntagebuch enthält Wochenziel (SMART), Aufgabenplanung (Wann? / Was?), Tagesreflexion (Was habe ich heute gelernt?), Wochenreflexion und emotionale Reflexion. Die Klassenleitung begleitet diesen Prozess aktiv, unterstützt bei der Zielsetzung und gibt Feedback.

Verbindlich

Jede Stunde folgt dieser Struktur

Da Aufmerksamkeit und Aufnahmefähigkeit begrenzt sind, sind Inputphasen klar strukturiert und zeitlich begrenzt. Wichtige Inhalte werden visualisiert. Nach jedem Input folgt aktive Verarbeitung. Lernen wird nicht dem Zufall überlassen, sondern angeleitet.

Diese Struktur ist verbindlich für jeden Fachunterricht und jede Klasse.
1
Input
5–15 Min.
2
Zielsetzung
max. 5 Min.
3
Individuelle Lernzeit
20–35 Min.
4
Reflexion
5 Min.

1 – Input (5–15 Min.)

Klar strukturiert, zeitlich begrenzt, wichtiges visualisiert, aktivierend. Der Input ist auf das Wesentliche reduziert – das Arbeitsgedächtnis wird nicht überlastet. Die Lehrkraft modelliert ggf. eine Strategie: „Ich gehe so vor …"

2 – Zielsetzung (max. 5 Min.)

Vor Beginn der ILZ formuliert jede Schülerin und jeder Schüler ein konkretes, überprüfbares Ziel für die Stunde.

Hinweis: Diese 5 Minuten sind eine Investition. Durch klare Zielformulierung entfallen spätere Rückfragen und die effektive Lernzeit steigt.

3 – ILZ: Individuelle Lernzeit (20–35 Min.)

ILZ ist keine stille Beschäftigung, sondern angeleitete Selbstregulation.

Schülerinnen und Schüler planen ihre Arbeit, wählen Strategien, überprüfen ihren Fortschritt und passen ihr Vorgehen an. Die Lehrkraft begleitet durch Coachingfragen.

Die Lehrkraft beobachtet, unterstützt, modelliert Strategien und nutzt die Feedbackliste gezielt.

4 – Reflexion (5 Min.)

Am Ende jeder Individuellen Lernzeit findet eine bewusste Reflexionsphase statt.


Einwände

Häufige Fragen und Antworten

„Das kostet zu viel Zeit."

Die 5 Min. Zielsetzung ersparen spätere Rückfragen („Was soll ich machen?"). Die Investition rechnet sich durch deutlich höhere effektive Lernzeit.

„Lernende können das nicht."

Genau deshalb üben wir es explizit. Selbstreguliertes Lernen entsteht nicht von selbst, es wird angeleitet und eingeübt.

„Ich verliere den Fachinhalt."

Struktur und Strategievermittlung ersetzen nicht den Inhalt. Sie machen ihn nachhaltiger und dauerhafter verankert.

„Ich mache das schon individuell."

Einheitlichkeit für Lernende ist entscheidend. Was in Fach A gilt, sollte auch in Fach B gelten. Das schafft Sicherheit und reduziert Stress.

Biologie des Lernens

Sicherheit vor Lernen

Bevor Lernen stattfinden kann, muss der Stresslevel im Gehirn gesenkt werden.

Stress vs. Lernen

Stress-Modus und Lern-Modus

😰 Stress-Modus

Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol
→ Erstarren, Flucht oder Kampf
→ Informationsverarbeitung blockiert

🌟 Lern-Modus

Dopamin, Oxytocin
→ Aufnahmefähigkeit, Motivation, Bindung
→ Gehirn ist offen für neues Wissen

Nur ein sicher gebundenes Kind ist ein lernfähiges und lernbereites Kind.

PFC

Der Präfrontale Kortex – das Steuerzentrum im Umbau

Der Präfrontale Kortex (PFC) ist zuständig für Planen und Entscheiden, Impulskontrolle, Selbstbeherrschung und Verhaltenssteuerung. Bei Jugendlichen ist er bis ca. 25 Jahre im Umbau und die Amygdala dominiert.

Weil das innere Steuerzentrum noch im Umbau ist, brauchen Kinder und Jugendliche äußere Struktur und Co-Regulation. Die Lehrkraft fungiert als externer PFC.


Unsere Grundhaltung

Kinder machen es gut, wenn sie es können

Kinder machen es gut, wenn sie es können. Und wenn nicht, brauchen sie Verständnis und Hilfe.

Diese Haltung durchzieht unser gesamtes pädagogisches Handeln: Fehlverhalten ist ein Signal und kein Angriff. Unsere Reaktion darauf ist Unterstützung, nicht reaktive Zuwendung für das Fehlverhalten.