Die Schülerin und der Schüler im Mittelpunkt
Beim Coaching geht es nicht um Noten, sondern um die Person dahinter: Wie geht es dir? Was beschäftigt dich? Wohin möchtest du?
Was Coaching bedeutet
Coaching am Campus Cordis ist ein Einzelgespräch zwischen einer Lehrkraft und einer Schülerin oder einem Schüler. Es findet regelmäßig, im vertrauten Rahmen und auf Augenhöhe statt. Im Mittelpunkt steht nicht, was noch nicht klappt, sondern wie die Schülerin oder der Schüler sich selbst wahrnimmt, was sie oder er sich vornimmt und wohin sie oder er sich entwickeln möchte.
Themen aus dem Fachunterricht werden in der Individuellen Lernzeit (ILZ) bearbeitet. Das Coaching richtet sich auf etwas anderes: auf die Entwicklung der ganzen Person, in der Schule, im sozialen Miteinander und darüber hinaus.
Schülerinnen und Schüler bringen ihre eigenen Themen mit. Das können schulische Vorhaben sein, Fragen des Miteinanders oder etwas aus dem persönlichen Alltag. Der rote Faden durch alle Gespräche ist die Entwicklung personaler und sozialer Kompetenzen: Selbstdisziplin, Selbstreflexion, Übernahme von Verantwortung für das eigene Lernen, Einhaltung von Regeln, andere unterstützen und vieles mehr.
Selbstreflexion
Schülerinnen und Schüler lernen, die eigene Entwicklung wahrzunehmen und in Worte zu fassen. Eine Fähigkeit, die weit über die Schulzeit trägt.
Ziele formulieren
Die Schülerin oder der Schüler formuliert das eigene Ziel selbst. Das ist die anspruchsvollste und wertvollste Arbeit im Coachinggespräch und nimmt den größten Teil der Zeit ein.
Soziale Kompetenzen
Wie gelingt das Miteinander? Was hilft, wenn es in der Klasse hakt? Auch dafür ist Coaching der richtige Ort.
Eigenverantwortung
Die Schülerin oder der Schüler trägt die Verantwortung für den Inhalt des Gesprächs. Die Lehrkraft sorgt für den Rahmen und begleitet den Prozess.
Kein Einzelereignis, sondern ein roter Faden
Das Coaching steht nicht allein. Es ist eingebettet in ein Konzept, das Selbstregulation als echte Lebenskompetenz begreift: In jeder Unterrichtsstunde setzen sich Schülerinnen und Schüler kurze Lernziele. Jede Woche planen sie ihr Vorankommen im Lerntagebuch und schauen zurück, was gelungen ist. Und alle fünf bis sieben Wochen gibt es mit dem Coaching einen größeren Moment des Innehaltens: Wo stehe ich? Was nehme ich mir vor? So entsteht über die Jahre hinweg nicht nur Routine, sondern ein echtes Gespür für sich selbst. Mehr dazu finden Sie unter Selbstreguliertes Lernen.
Zwei unterschiedliche Ansätze, beide wertvoll
Beratung, wie wir sie auch bei uns anbieten, etwa zur Berufsorientierung, Kurswahl in der Oberstufe oder zum Übergang nach der Schule, ist wichtig und hat ihren festen Platz. Coaching verfolgt jedoch ein anderes Ziel.
Beratung
Wer kennt sich am besten aus?
Die beratende erwachsene Person bringt das Fachwissen mit und gibt Orientierung.
Was ist das Ziel?
Das Ziel ist ein konkretes Ergebnis oder eine Entscheidung, etwa welcher Kurs passt oder welcher Ausbildungsweg in Frage kommt.
Was ist die Aufgabe der Lehrkraft?
Informationen geben, Wege aufzeigen, Empfehlungen aussprechen
Wann ist es sinnvoll?
Sinnvoll ist die Beratung dann, wenn klaren Sachfragen, Planungen und Entscheidungen anstehen, für die Erfahrung und Fachwissen gebraucht werden.
Coaching
Wer kennt sich am besten aus?
Am besten kennt sich die Schülerin oder der Schüler aus, denn niemand kennt sich selbst besser.
Was ist das Ziel?
Im Coaching gibt es kein vorformuliertes Ziel. Die Schülerin oder der Schüler entwickelt es im Gespräch selbst, aus dem, was sie oder ihn bewegt.
Was ist die Aufgabe der Lehrkraft?
Fragen stellen, Raum geben, begleiten, eigene Ideen einbringen, die angenommen oder abgelehnt werden können
Wann ist es sinnvoll?
Sinnvoll ist das Coaching dann, wenn es um persönliche Entwicklung, Selbstreflexion und eigene Ziele geht.
Coaching und Schulsozialarbeit
Coaching ist kein Ersatz für sozialpädagogische Unterstützung. Wenn eine Schülerin oder ein Schüler in einer schwierigen Lebenssituation Begleitung braucht, ist die Schulsozialarbeit die richtige Anlaufstelle.
Ansprechperson für das Coachingkonzept
schwarzk@gmscc.lernsax.de
Siebenmal im Jahr, alle fünf bis sieben Wochen
Jede Schülerin und jeder Schüler führt in jedem Schuljahr sieben Coachinggespräche. Die Termine sind verbindlich im Stundenplan verankert und dauern zwischen 15 und 35 Minuten. Zwei dieser Gespräche finden als Lernentwicklungsgespräch statt, an dem mindestens ein Elternteil verpflichtend teilnimmt.
Jedes der sieben Gespräche ist vollwertig. Durch die Fragen im Protokoll, auf die sich die Schülerinnen und Schüler im Vorfeld vorbereiten, setzt jedes Gespräch je nach Zeitpunkt im Schuljahr und Jahrgangsstufe eigene inhaltliche Akzente. So begleitet das Coaching durch ein ganzes Schuljahr hindurch.
Die Klassenleitung
In jeder Klasse gibt es in der Regel zwei gleichwertige Klassenleiterinnen oder Klassenleiter. Sie teilen sich die Schülerinnen und Schüler gleichmäßig auf. Jede Schülerin und jeder Schüler hat damit eine feste Ansprechperson für das Coaching, jemanden, der sie oder ihn wirklich kennt und regelmäßig Zeit nur für sie oder ihn hat.
Vorbereitet ins Gespräch
Schülerinnen und Schüler bringen ihr Lerntagebuch zum Coaching mit. Darin haben sie im Vorfeld jahrgangsspezifische Fragen beantwortet und können das Protokoll des letzten Gesprächs nachlesen. Wer gut vorbereitet kommt, hat mehr Zeit für das Herzstück des Gesprächs: das eigene Ziel.
Ein wirklich gutes, persönliches Ziel zu formulieren ist anspruchsvoll und braucht Zeit. Es kann sich auf die Schule beziehen, auf das Miteinander in der Klasse oder auf etwas ganz Persönliches. Entscheidend ist, dass die Schülerin oder der Schüler dahintersteht, dass das Ziel wirklich ihres oder seines ist.
Das Lerntagebuch
Jede Schülerin und jeder Schüler erhält am Campus Cordis ein persönliches Lerntagebuch. Es begleitet durch alle Jahrgangsstufen und enthält für jedes Schuljahr die Coachingprotokolle. Vor jedem Gespräch bereiten sich Schülerinnen und Schüler anhand altersgerechter Fragen vor, zur aktuellen Situation, zu Stärken und zu dem, was sie sich vornehmen möchten. Es ist eine Einladung, sich selbst besser kennenzulernen.
Protokoll
Am Ende jedes Gesprächs halten Schülerinnen und Schüler ihr Ziel und mögliche Maßnahmen selbst im Protokoll fest. Das Protokoll wird von der Schülerin oder dem Schüler, der Lehrkraft und (im Nachgang) den Eltern unterschrieben.
SMART-Ziele
Die Schülerin oder der Schüler formuliert das persönliche Ziel selbst. Das braucht Übung und Mut und es wächst über die Jahre.
Rückblick
Jedes Folgegespräch beginnt mit dem Blick auf das letzte Ziel: Was ist gelungen? Was war schwierig? Was hat geholfen? Was hat gehindert? Dieser Rückblick ist oft genauso wertvoll wie das neue Ziel.
Jahrgangsspezifisch
Die Fragen im Lerntagebuch wachsen mit den Schülerinnen und Schülern mit, von Klasse 5 bis Klasse 10, immer passend zur jeweiligen Altersstufe.
Seien Sie dabei
Zweimal im Schuljahr findet das Coaching als Lernentwicklungsgespräch statt. Das Kind führt das Gespräch und Eltern sind herzlich eingeladen, als Gasthörerin oder Gasthörer dabei zu sein. So erlebt man, wie das Kind über sich selbst spricht, welche Ziele es sich setzt und wie es seine eigene Entwicklung einschätzt.
Das sind Momente, die weit über Noten und Leistungen hinausgehen. Man erlebt, wie viel das Kind bereits über sich selbst weiß und wie sehr wir uns als Schule um die persönliche Entwicklung jedes einzelnen bemühen.
Sie wissen früh, wann es losgeht
Die Termine für alle sieben Coachinggespräche werden zu Beginn des Schuljahres übermittelt. Sie stehen bereits im Lerntagebuch oder werden beim ersten Elternabend bekannt gegeben.
Lernentwicklungsgespräche
Die beiden Termine mit Elternbeteiligung werden über einen Online-Link zur Terminvergabe gebucht. Dieser Link wird rechtzeitig über LernSax verschickt.
Coachinggespräche ohne Eltern
Die anderen fünf Termine vereinbart die Lehrkraft direkt mit der Schülerin oder dem Schüler.
